Zum Gedenken an den Holocaust (În Memoria Holocaustului)
von Beatrice Bernath (20. Januar 2017)
Übertragung aus dem Rumänischen von Chava Roth, 28.1.2022
Dort wo die Frage fast abstrakt wird,
verbirgt sie in ihren Tiefen
Salzschichten
glatt
Erinnerungen der Welt
aufgeschnitten
alle Gewohnheiten sind darin enthalten
in Wellen
deine Zerknirschtheit
meine Rhetorik
das Wunder des Horizonts.
Im Weltall
die Linie,
ein Trugschluß
die Welle bricht die Stille.
Stein (Erinnerung, ausgegraben)
In unserer Liebe
das Schweigen des Steins
die Tiefe der Zeit
eingegraben in Salz,
das Salz weint
denn niemand hört die Tränen eines antiken Steins
es ist eine Ruhe
die nicht geht
und von nirgends kommt
du suchst sie
es kann sein,
daß du sie nicht wiederfindest.
du wechselst Orte
minimierst die Kleider immer mehr
die du mitnimmst im Koffer
ein Rouge,
eine Bluse
kaufst Bücher im Antiquariat
wiedergefundene
gelesen in Zeiten,
als du in ihnen diese einfache Ruhe noch fandest
du bevorzugst Einzimmerorte
ein einziges Fenster
ein durchsichtiger Vorhang
der die Straße hört.
und du fühlst dich nicht mehr allein.
und die Ruhe des Steins suchst du in dir /Buch.
bleibst unbewegt
ohne eine Zeile zu lesen
und wirst - Zeit.
denn es ist schwer
zu wollen
egal was.
es ist schwer etwas für dich zu wollen.
⁃du versuchst
zeitloser Stein des Toten Meeres zu werden
und du versteinerst.
überall.
doch vor allem innen.
während dieses ganzen Zeitraums
lächelst du dir zu Smalltalk-mäßig billig
in der Öffentlichkeit perfektes Leben.
@Beatrice Bernath
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letzte Aktualisierung:
14.02.2026, Karin Roth


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